MPU wegen Drogen
Cannabis, Amphetamine oder Kokain am Steuer — wir bereiten Sie auf die Drogen-MPU vor und begleiten Sie durch das Abstinenzprogramm.
Welche Substanzen führen zur MPU?
Cannabis (THC)
Cannabis ist keine Droge im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes mehr, aber trotzdem ein häufiger Anlass für eine MPU. Bereits eine einmalige Fahrt mit erhöhten THC-Werten ist ein MPU-Anlass.
Sogenannte „harte“ Drogen
Amphetamine, Kokain etc. — hier ist eine MPU-Anordnung immer die Folge, wenn man unter der Wirkung ein Kraftfahrzeug führt oder außerhalb des Straßenverkehrs als Konsument in Erscheinung tritt. Die Abstinenz muss 15 Monate nachgewiesen werden.
Medikamente
Gebrauch oder Missbrauch von Benzodiazepinen, Opiaten oder anderen psychoaktiven Medikamenten wird ebenfalls zur MPU führen, wenn man im motorisierten Straßenverkehr unter der Wirkung steht, auch wenn eine Verschreibung vorliegt.
Mischkonsum
Polyvalenter Konsum zweier oder mehrerer psychoaktiver Stoffe vor einer Fahrt ist immer ein MPU-Anlass und erfordert den Nachweis von 15 Monaten Abstinenz.
Hinweis: Für Drogen- oder Alkoholabhängigkeit gelten besondere Regeln, die wir Ihnen bei Bedarf gerne ausführlich erläutern.
Grenzwerte & Nachweis bei Cannabis
Bei Cannabis unterscheidet man zwischen dem aktiven THC-Wert (Fahrtüchtigkeit) und dem THC-COOH-Wert (Konsumhäufigkeit).
| THC aktiv (ng/ml) | THC-COOH (ng/ml) | |
|---|---|---|
| Bedeutung | Zeigt aktuelle Berauschung an | Zeigt Konsumhäufigkeit an |
| Grenzwert Fahrt | ab 3,5 ng/ml → Ordnungswidrigkeit | — |
| Regelmäßiger Konsum | — | ab ca. 150 ng/ml deutet auf regelmäßigen Konsum |
| MPU-Folge | MPU bei Fahrt unter Drogeneinfluss | Hoher Wert kann auch ohne Fahrt zur MPU führen |
Abstinenzprogramm bei Drogen
Bei Drogendelikten wird in der Regel eine längere Abstinenz gefordert als bei Alkohol. Die Dauer hängt von der Substanz und dem Einzelfall ab.
Cannabis (Einzelfall)
Bei erstmaligem Cannabis-Konsum ohne weitere Auffälligkeiten kann unter bestimmten Umständen ein Abstinenznachweis von 6 Monaten ausreichen.
Standard bei harten Drogen
Bei Amphetaminen, Kokain, Opiaten oder wiederholtem Cannabis-Konsum sind mindestens 12 Monate Abstinenz die Regel.
Urinscreening vs. Haaranalyse
| Urinscreening | Haaranalyse | |
|---|---|---|
| Häufigkeit | 6–12 Termine (kurzfristige Einbestellung) | 2–4 Proben im Abstinenzzeitraum |
| Nachweisfenster | Wenige Tage | Monate (je nach Haarlänge) |
| Vorteil | Breites Substanzspektrum nachweisbar | Weniger Termine, längerer Rückblick |
Was erwartet der Gutachter?
Konsummotive verstehen
Warum haben Sie konsumiert? Der Gutachter will wissen, ob Sie die Hintergründe Ihres Konsums erkannt haben.
Einstiegsalter & Verlauf
Wann hat der Konsum begonnen? Wie hat er sich entwickelt? Der Gutachter zeichnet ein Bild Ihrer Konsumgeschichte.
Abhängigkeit erkennen
Lag eine Abhängigkeit vor? Der Gutachter prüft Kriterien wie Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und Dosissteigerung.
Stabile Verhaltensänderung
Welche konkreten Strategien haben Sie, um dauerhaft drogenfrei zu bleiben? Der Gutachter sucht nach einem tragfähigen Plan.
Häufige Fragen zur Drogen-MPU
Wie lange muss ich bei Cannabis abstinent sein?
Bei erstmaligem Cannabis-Konsum ohne weitere Auffälligkeiten kann ein Abstinenznachweis von 6 Monaten ausreichen. Bei regelmäßigem Konsum, Mischkonsum oder harten Drogen sind mindestens 12 Monate erforderlich.
Wird bei der Drogen-MPU ein Drogentest gemacht?
Ja, bei der MPU selbst wird in der Regel ein Urinscreening durchgeführt. Zusätzlich müssen Sie vorab Abstinenznachweise über den geforderten Zeitraum erbringen — entweder per Urinscreening (kurzfristiges Nachweisfenster) oder Haaranalyse (Monate rückblickend).
Bekomme ich nach einer Drogenfahrt automatisch eine MPU?
Bei harten Drogen (Amphetamine, Kokain, Opiate) und Mischkonsum wird die MPU immer angeordnet. Bei Cannabis hängt es vom THC-Wert und den Umständen ab — eine Fahrt ab 3,5 ng/ml THC aktiv ist eine Ordnungswidrigkeit und führt in der Regel zur MPU.
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